#veganuary – Interview mit Koch Christian Weber

Wie wird man veganer Koch, Christian? #veganuary2021

Viele Menschen nutzen den Januar, um direkt mit vielen guten Vorsätzen in das neue Jahr zu starten. Neben mehr Sport und Bewegung steht oft auch die Ernährung auf der Liste, der gewünschten Verbesserungen. Veganuary – das Wort setzt sich aus dem Wort vegan und dem Englischen january zusammen – ist eine gemeinnützige Organisation und Kampagne, die weltweit Menschen dazu ermutigt, sich (zumindest temporär) rein pflanzlich zu ernähren. Denn wir alle wissen mittlerweile, dass eine pflanzenbasierte Ernährung nicht nur eine der effektivsten Maßnahmen ist die Umwelt und unser Klima zu schützen, sondern auch Tierleid vermeiden und sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken kann.

Die 31 Tage-Challenge soll einen ersten Anstoß geben, sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen und dazu inspirieren vegane Ernährung einfach mal selbst auszuprobieren. Den gesamten Januar verzichtet man also auf tierische Produkte.

Wir nutzen den Monat, um Euch auf Instagram ebenfalls über das Thema zu informieren und Tipps & Tricks mit Euch zu teilen. Das Gute ist: Viele Wholey-Teammitglieder ernähren sich bereits seit langer Zeit vegan und haben somit schon einiges an Erfahrung sammeln können.

So wie Christian! Christian Weber ist gelernter Koch und war lange Zeit als Produktentwickler für Wholey tätig. Seit einigen Monaten arbeitet er an dem Projekt VHY! in Stuttgart, ein spannendes neues Konzept, das sich ebenfalls mit pflanzlicher Ernährung befasst. Auf seinem Instagram-Kanal teilt Christian seine Rezepte und animiert dazu, einfach mal anders zu essen 😉

Wir haben Christian ein paar Fragen gestellt, denn als veganer Koch ist er ja quasi Experte auf dem Gebiet.

Erzähle uns doch einmal wie es dazu gekommen ist, dass Du als veganer Koch arbeitest? Warst Du erst Koch oder erst vegan?

Christian: Ich bin Koch seit 18 Jahren. Vegan seit ca. 8 Jahren. Es gab eine Übergangsphase in der ich noch „alles“ gekocht habe, aber vegan gelebt habe… Funktioniert auch, ist aber nicht so nice. Ab einer gewissen Erfahrung muss man Fleisch und andere tierische Produkte nicht mehr probieren, um es zuzubereiten. Neben meiner Ausbildung als Koch und über 10 Jahren in der Sterne Gastronomie bin ich außerdem weitergebildeter Ernährungsberater und Fitnesstrainer. Vegan ist für mich die Essenz aus vielen reflektierten Überlegungen was Gesundheit, Lebensmittelverschwendung und zeitgemäße Ernährung angeht. Mein Motto ist immer: Wir sind technisch gesehen schon in der Zukunft und beim Essen in 1960 stehen geblieben. Wir essen zu viel, zu stark verarbeitet, zu tierisch und zu fett und dies versuche ich mit moderner Gemüseküche zu verändern.

Koch Christian Weber

Wie ist die Resonanz auf rein vegane Restaurants? Ist das Publikum hauptsächlich vegan oder kommen auch viele Omnivore Gäste vorbei?

Christian: Bei veganen Restaurants kommt es immer auf das Angebot an. Restaurants die vorwiegend Fast Food und diese aus Fleischersatzprodukten anbieten, denke ich, ist das Publikum überwiegend vegan. Da viele Leute, die Fleisch oder Käse aus geschmacklichen Gründen nicht weglassen möchten, von dem veganen Äquivalent nicht wirklich angetan wären. Pflanzliche Restaurants die sich auf die Zubereitung von Gemüsegerichten und pflanzlicher gehobener Küche fokussieren, sind (je nach Region) mega gut besucht und hier hält es sich denke ich die Waage, ob Besucher vegan leben oder alles essen. Bei den meisten überwiegt die Neugier auf spannende, neue Gerichte und weniger der Gedanke etwas für das Tierwohl zu tun. Des Weiteren ist es super wichtig wie die Qualität im Restaurant ist. Leider sind vegane Restaurants oft von Quereinsteigern betrieben und die Qualität der Speisen ist weniger überzeugend.

Wie sieht Dein Vorratsschrank zuhause aus? Welche Zutaten hast Du immer im Haus?

Christian: Ich bin ehrlich gesagt kein guter Vorratshalter und alles ist ein wenig chaotisch in meiner Küche, aber ich habe eigentlich immer super viele verschiedene Sachen da, um flexibel kochen zu können. Vor allem Trockenprodukte, wie Getreide, Hülsenfrüchte und Reis (weiß & Vollkorn) sind immer da. Ein Muss sind dabei vor allem schnell kochende Getreide wie Couscous und Bulgur, dann Kichererbsen und Bohnen in der Dose. Auch Pasta in Varianten, sowie verschiedene asiatische Zutaten wie Miso Paste, Udon Nudeln und Sushi Reis wirst Du immer bei mir finden. Fehlen darf außerdem nie: Verschiedene Nüsse und Trockenfrüchte, die bei mir als Topping für Salate, herzhafte Gerichte und mein Frühstück dienen.

Der Veganuary animiert ja glücklicherweise viele Leute, es mal einen Monat rein pflanzlich zu probieren. Hast Du Tipps oder Ratschläge für Einsteiger?

Christian: Meine Empfehlung ist, sich mit leerem Einkaufskorb in den Super- oder Biomarkt zu begeben und zu versuchen einen Mix aus bekanntem (Gemüse, Getreide und Co.) zu kaufen und Dinge, die man noch nie probiert hat (vielleicht sind das aktuell Schwarzwurzeln, Kochdinkel, Pastinaken, Vollkornreis, Linsennudeln etc.). Zu diesen Zutaten findet man dann tausende Rezepte im Internet, oder man liest die Packungsanleitung und macht sich selber ans experimentieren.

Seht den Veganuary als Monat in dem Ihr so viel wie möglich neues probiert und lernt, was das Gemüsebeet noch so zu bieten hat und wenn Euch dann die Lust überkommt, spricht nichts dagegen das mit pflanzlichem Käse zu toppen oder mal ein veganes Schnitzel zu probieren. Und wenn Ihr ausnahmsweise mal was unveganes esst…? Who cares???! Keiner is(s)t perfekt!

Für viele Leute ist es am schwierigsten auf Käse zu verzichten. Hast Du bereits Erfahrungen im Käse selber machen? Any tipps?

Christian: Das Käse selber machen überlasse ich lieber den Profis und kann leider keine Tipps geben. Auch mir fehlt Käse besonders, aber ich habe ihn in guter Erinnerung und es gibt wenig was daran kommen könnte. Mittlerweile gibt es aber tatsächlich mega leckere Cashew-Camembert-Alternativen, die ich liebe. Auch 1-2 Alternativen zu Käsescheiben sind toll, aber von veganem Mozzarella oder ähnlichem halte ich nicht viel – da es sehr weit weg ist vom Original und wenig mit Käse zu tun hat.

Dein ultimatives Lieblingsgericht?

Christian: Ich habe und hatte noch nie ein einziges Lieblingsgericht. Ich bin da etwas offener 😊 Aber auf jeden Fall ist Pasta wichtig. Gutes Pesto und mehr braucht es dann nicht. Da ich aber ein faible für japanische Küche habe, sind bei mir Miso Suppe, gebratene Udon Nudeln oder Sushi genauso hoch im Kurs.

 

Vielen Dank für Deine Zeit und das Interview, Christian! 🙌

Für leckere, einfache, vegane Rezepte folge Christian doch einfach auf Instagram!

 

 

 

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