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Fructose, oder auch Fruchtzucker, steht immer häufiger in der Diskussion. Dem Zucker, der natürlicherweise aus Früchten und Obst stammt, werden immer öfter negative Wirkungen auf den menschlichen Körper attestiert. So soll Fruchtzucker unter anderem Übergewicht begünstigen, die Leber schädigen und die Blutfettwerte erhöhen.

Tatsächlich weisen aktuelle Forschungsergebnisse darauf hin, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der erhöhten Aufnahme von Fructose (insbesondere in Form von Maisstärkesirup) und dem Auftreten des metabolischen Syndroms gibt. Dies äußert sich vor allem in Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, erhöhten Harnsäurewerten und einer verringerten Insulinausschüttung. Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herzkreislauferkrankungen können die Folge sein. Dies wird auch von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gestützt.

Ein Grund hierfür soll in der verringerten Ausschüttung des Sättigungshormons Leptin liegen. Durch ein verringertes Sättigungsgefühl wird mehr gegessen als eigentlich nötig, man nimmt zu. Darüber hinaus soll Fructose die Speicherung von Körperfett begünstigen.

 

Aber Fruchtzucker ist doch gesünder als Haushaltszucker?

Dies ist leider ein moderner Mythos. Bei der Anzahl der Kalorien besteht kein Unterschied. Sowohl Haushaltszucker als auch Fructose liefern vier Kilokalorien pro Gramm. Da die Herstellung von Fruchtzucker günstig ist und in kalorienreduzierten Lebensmitteln geschmacksverstärkend wirkt, kommt er in der Nahrungsmittelindustrie nicht selten zum Einsatz. Der Mensch verträgt Fruchtzucker jedoch in größerer Menge nicht gut.

Allgemein gilt eine Dosis von 25g pro Mahlzeit als unbedenklich. Ab 40g Fructose pro Mahlzeit kann es zu Bauchschmerzen kommen. Daher ist Aufmerksamkeit beim Lebensmittelkauf geboten. Gerade Fertigprodukte enthalten viel Fruchtzucker. Dieser ist aber häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar. Im Supermarkt erkennt ihr Fruchtzucker auch an den Bezeichnungen Maisstärkesirup, Inulin, Fruchtsüße und Fructo-Oligosaccharid. Der Blick aufs Etikett lohnt sich!

 

Sollte man nun auch kein Obst und Gemüse mehr essen?

Nein, denn Obst und Gemüse enthalten wichtige Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Auf ein gutes Verhältnis zwischen Obst und Gemüse ist jedoch zu achten. Der Verzehr von 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse pro Tag gilt nicht nur als ungefährlich, er wird sogar empfohlen. Die hierdurch natürlich zustande kommende Menge von ca. 80g Fruchtzucker pro Tag wird in der Regel gut vertragen. Es sei denn es liegt eine Fructoseunverträglichkeit vor.

Am Ende bleibt es also eine Frage der Dosierung. Wer sich ausgewogen mit vorwiegend frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln ernährt, muss nicht auf Obst verzichten und hat keine negativen Auswirkungen zu erwarten. Fertigprodukte und zuckerreiche Fruchtsäfte sollten hingegen gemieden werden. So bleibt ihr gesund und leistungsfähig!